KI macht vieles einfacher. Aber macht sie Ihre Marke auch glaubwürdiger?

«Mach dein Plakat lieber mit Word und Comic Sans.» Dass mir dieser Satz einmal über die Lippen kommen würde, hätte ich selbst nicht gedacht.

Katharina Klemenz

 

Ein selbst gestalteter Word-Flyer kann mehr Persönlichkeit haben als ein aufwendig wirkendes KI-Plakat. Nicht, weil er besser gestaltet ist, sondern weil er weniger austauschbar wirkt. Was nützt ein professionell wirkender Auftritt, wenn nur noch das Logo verrät, von wem er stammt?

 

Über diese Austauschbarkeit und ihre Folgen für die Glaubwürdigkeit von Marken sprach Katharina Klemenz im September 2026 beim Rotary-Club. Im Mittelpunkt stand nicht, was KI alles kann. Sondern die Frage, was davon für die eigene Kommunikation tatsächlich sinnvoll ist.

 

Wenn die Strandbar in Südfrankreich aussieht wie das Stadtfest im Norddeutschland

Ein Flyer für eine Party, ein Stelleninserat für ein Restaurant oder ein Plakat für eine Bank: Unterschiedliche Absender haben unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Trotzdem sehen ihre KI-generierten Werbemittel teilweise erstaunlich ähnlich aus.

 

Wir beobachten immer wieder dieselben Gestaltungsmuster: vergleichbare Bildwelten und Grafikelemente, ähnliche Schriftkombinationen und dicht gefüllte Flächen. Alles soll Platz finden, aber wenig wird gewichtet.

 

Das fällt auch über Landesgrenzen hinweg auf. Die Werbung einer Strandbar in Frankreich erinnert an ein Badifest in der Schweiz oder ein Stadtfest in Deutschland. Die Menschen, Angebote und Geschichten dahinter unterscheiden sich. Der Auftritt kaum.

 

Vieles davon sieht auf den ersten Blick durchaus ansprechend aus. Genau das macht die Austauschbarkeit so leicht übersehbar. Man freut sich über das Ergebnis und fragt sich zu wenig, was daran eigentlich zum eigenen Unternehmen gehört.

 

«Das merkt doch niemand» ist keine Strategie

Ob Menschen ein Motiv als KI-generiert erkennen, ist nicht die entscheidende Frage. Sie können einen Auftritt auch dann beliebig finden, wenn sie nicht wissen, wie er entstanden ist.

 

Was für den Absender schnell, günstig und praktisch ist, kann beim Publikum künstlich und unpersönlich wirken. Die Begeisterung darüber, wie einfach sich etwas herstellen lässt, sagt noch nichts darüber aus, wie es ankommt.

 

Daraus kann Desinteresse oder auch Ablehnung entstehen. Für Unternehmen stellt sich deshalb eine unbequeme, aber wichtige Frage: Kommunizieren wir so, weil es unsere Kundinnen und Kunden anspricht? Oder nur, weil es einfach geht?

 

Wenn alles auffallen soll, geht das Wesentliche unter

Ein vollgepacktes Plakat vermittelt nicht automatisch mehr. Wenn Überschriften, Bilder, Symbole und Textflächen gleichzeitig um Aufmerksamkeit kämpfen, muss sich das Publikum selbst zusammensuchen, worum es geht.

 

Gute Gestaltung nimmt ihm diese Arbeit ab. Sie zeigt, was wichtig ist, führt durch die Informationen und lässt weg, was die Aussage schwächt.

 

Diese Entscheidungen fallen mit KI nicht weg. Ein guter Prompt kann helfen. Er ersetzt aber nicht das Verständnis für die Aufgabe, die Zielgruppe und die Marke. Egal ob für Bilder, Grafiken, Videos oder Texte.

 

Natürlich nutzen wir KI, aber die Entscheidungen treffen wir selbst

Bei Logez beschäftigen wir uns seit Ende 2022 intensiv mit KI und nutzen verschiedene Werkzeuge im Arbeitsalltag. Wir entwickeln damit Ideen weiter, nehmen es als Sparringpartner, ergänzen Fotografie, Videos und Gestaltung. Wir nutzen es einfach als Tool, nicht als fertige Lösung.

 

Unsere Kritik richtet sich nicht gegen KI. Sie richtet sich gegen die Vorstellung, ein schnell erzeugtes Ergebnis sei bereits eine fertige Kommunikationslösung.

 

Wir klären zuerst, was vermittelt werden soll, wer erreicht werden soll und welcher Auftritt sinnvoll ist. Erst dann entscheiden wir, wie wir es umsetzen. Manchmal mit KI, manchmal ohne.

 

Was zur Marke passt und veröffentlicht wird, entscheiden wir nicht danach, was sich am einfachsten erzeugen lässt. Glaubwürdigkeit verlangt nicht, dass alles von Hand gemacht wird. Sie verlangt, dass ein Unternehmen das, was es zeigt und sagt, auch im Alltag einlöst.

 

KI darf die Arbeit einfacher machen. Sie sollte nur nicht dazu führen, dass alle gleich aussehen.

Sie möchten KI für Ihre Kommunikation nutzen, ohne den eigenen Auftritt zu verlieren? Wir schauen gerne gemeinsam an, wo KI sinnvoll unterstützt und was Ihre Bilder und Texte unverwechselbar zu Ihren macht.